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Sind die Deutschen auf dem linken Auge blind?

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Veranstaltung der JU Ortenau und des CDU Stadtverbands Lahr mit Prof. Dr. Eckhard Jesse und als Gast Kordula Kovac MdB

Der deutsche Politikwissenschaftler und Extremismusforscher Prof. Dr. Eckhard Jesse war von 1993 bis 2014 Inhaber des Lehrstuhls „Politische Systeme, Politische Institutionen“ an der Technischen Universität Chemnitz und gibt gemeinsam mit Uwe Backes das Jahrbuchs Extremismus & Demokratie und die Schriftenreihe Extremismus & Demokratie heraus.
Jesse ist vor allem in linken politischen Kreisen sehr umstritten, so wuchs er doch in der DDR auf, die er 1958 zusammen mit seinen Eltern verließ.
Um Unruhen aus dem linken Lager aus dem Weg zu gehen, hatten die Veranstalter sich entschlossen, die Veranstaltung nicht in der Öffentlichkeit durchzuführen.
Jesse zeigt sich in seinem einführenden Vortrag besorgt, dass dem Rechtsextremismus wesentlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werde, als dem Linksextremismus, der nach seinen Ausführungen in Deutschland unterschätzt würde.
Er verlangte eine absolute Distanzierung von Gewalt, um politische Ziele durchzusetzen.
Immer mehr würden aber viele oder gerade auch bürgerliche Meinungen rechts, rechtspopulistisch oder gar rechtsradikal verorten, was in den letzten Jahren zunehmend zum politischen Totschlaginstrument hoch stilisiert worden sei.
Leider würden auch führende Vertreter der Medien linken Ideologien näher stehen, was zu einer Verharmlosung des Linksextremismus geführt habe.
In der anschließenden Diskussion hatten Teilnehmer der JU und des Stadtverbands die Möglichkeit Sorgen zu äußern und Fragen zu stellen.
Fragen zur AFD und NPD wurden von Jesse klar beantwortet.
Die NPD sei eine extremistische Partei, die AFD nicht.
Trotz eingehender Untersuchungen seien der AFD keine extremistischen Bestrebungen nachzuweisen. Sie sei als demokratische Partei einzuordnen und so sollte auch mit ihr umgegangen werden.
Jesse stellte noch einmal klar, dass Rechts- wie Linksradikalismus "Schwachsinn" seien und in Deutschland keinen Platz haben dürfen.
Die Gesellschaft ortete er eher links ein und regte deshalb offenere Gespräch über den Linksradikalismus an.
„Jede Art von Extremismus ist zu bekämpfen und abzulehnen, da sie der Demokratie nicht dienen“, so lautete das klare Schlusswort einer rundum gelungenen Veranstaltung.

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